
Es gibt kaum ein erfüllenderes Gefühl, als auf etwas zu schauen und zu wissen, dass Zeit und Mühe darin stecken. Die Optik von Handwerkskunst durch Schablonieren, Stempel oder auch freies Malen gehört aktuell zu den spannendsten Interior-Trends und feiert dabei ein stilvolles Comeback.
Ob Muster aus der Natur, nautische Motive oder ganz individuell zusammengestellte Designs: Diese Ästhetik verleiht jedem Zuhause sofort eine persönliche Note. Der Look funktioniert sowohl als eigenes Kreativprojekt als auch durch sorgfältig kuratierte Designs.
Handwerkliche Gestaltung gehört zu den ältesten Methoden überhaupt. Schon seit der Steinzeit nutzt der Mensch dekorative Elemente, um seiner Umgebung Identität zu verleihen. Was mit Handabdrücken in Höhlen und geometrischen Ritzungen auf früher Keramik begann, entwickelte sich über die Jahrtausende zu einer faszinierenden Bildsprache. In der Antike und im Mittelalter wurden Wände, Stoffe und Möbel mithilfe von ausgeschnittenen Formen verziert.
Besonders in der Volkskunst, im sakralen Raum und später im Kunsthandwerk waren Stempel- und Schablonentechniken verbreitet. Im 18. und 19. Jahrhundert fanden sie ihren Weg in europäische Wohnräume: Florale Bordüren, ornamentale Muster und wiederkehrende Motive schmückten Kirchen, Paläste und Textilien.
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Räume dürfen Geschichten erzählen. Da vieles heute digital, schnelllebig und einfach reproduzierbar ist, wächst die Sehnsucht nach Dingen, in denen viel Zeit und Hingabe stecken. Die Techniken wirken deswegen besonders persönlich und warm. Viele Interior-Designer*innen greifen vermehrt auf Schablonen- und Stempeltechniken zurück, um Wände und Möbel zu gestalten. Oft sieht es so aus, als wäre das Muster direkt aus dem Skizzenbuch an die Wand gewandert. So entstehen einzigartige Stücke, die dem Wohnraum Charakter verleihen. Die Methoden erlauben es, kreative Akzente individuell zu setzen und verleihen jedem Zuhause eine ganz persönliche Note.
Die Wände sind das Herzstück eines jeden Raumes. Mit der richtigen Gestaltung wird die Wand nicht nur Hintergrund, sondern ein zentraler Blickfang, der Atmosphäre schafft und die Stimmung des Interiors unterstreicht. Was bei Illustrator Peter Thwaites und Grafikdesignerin Rebecca Aird auf einem Handdrucktisch in einer undichten Scheune begann, entwickelte sich zu Rapture & Wright: einem Atelier für handgefertigte Stoffe. Hier werden Ideen zu Entwürfen und diese Entwürfe zu Stoffen und Tapeten.
Interior Designer*innen setzen den Trend nicht nur in ihren Projekten, sondern sogar in den eigenen vier Wänden um. Gavin Houghton offenbart in seinen Designs eine Leidenschaft für die Kombination von Farbe, Muster, Textur und Handwerkskunst. In seinem privaten Zuhause zeigt sich dieser Look in einer botanischen Umgebung: Grüne Farben und Motive aus der Natur greifen ineinander. Das Ergebnis ist ein Raum, der lebendig wirkt.
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Wer den handwerklichen Look nicht gleich auf der gesamten Wand umsetzen möchte, kann ihn auch über kleinere Akzente in den Raum holen. Die dekorative Künstlerin Tess Newall gestaltet neben Wandbildern auch Möbel so, dass sie Atmosphäre schaffen und Geschichten erzählen. Ihre Arbeiten zelebrieren die Freude am Markieren von Spuren und die Fähigkeit, einem Raum dadurch Persönlichkeit zu verleihen.
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Einen ähnlichen Ansatz verfolgen handgefertigte Lampenschirme wie die von Rosi de Ruig, deren Entwürfe mit Farbe und Mustern spielen, um Licht zu einem dekorativen Element zu machen.
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Auch über Textilien und Geschirr findet der Trend seinen Platz: Carolina und ihre Töchter Olympia und Ariadne Irving arbeiten mit lokalen Kunsthandwerker*innen weltweit zusammen, um handbemalte Keramik, blockbedruckte Stoffe und mundgeblasenes Glas herzustellen – kleine Details, die dem Raum aber viel Tiefe und visuelle Wärme verleihen.
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